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Lomachenko: In der Matrix

Alles unter Kontrolle – das beschreibt den Boxstil von Vasyl Lomachenko, dem weltbesten Konter-Fighter, wohl am ­treffendsten. Damit holte sich „Hi-Tech“ bereits zwei WM-Titel im Rekordtempo, ohne dabei das Spektakel zu vergessen. Nur, liegt darin vielleicht auch eine Gefahr?

Für Promoter-Legende Bob Arum ist die Sache völlig klar: „Vasyl Lomachenko ist der technisch beste Kämpfer, den ich seit dem jungen Muhammad Ali gesehen habe. Und ich habe viele großartige Techniker gesehen – Alexis Argüello war so einer, Floyd Mayweather natürlich und Manny Pacquiao, aber unter all denen war niemand, wirklich niemand mit solchen Fähigkeiten, wie sie Vasyl Lomachenko hat.“ Ende der Durchsage.

Natürlich ist der 80-jährige Arum nicht gerade als Meister des Understatements bekannt. Und Lomachenko – Kampfname „Hi-Tech“ - ist auch noch sein Schützling. Doch wenn man den 29-jährigen Ukrainer boxen sieht, ist man geneigt zu sagen: Diesmal hast du wirklich nicht übertrieben, Bob. Und man möchte Arum, diesem ausgekochten Anwalt, Manager, Promoter, Matchmaker und PR-Papst, auf die Schulter klopfen und ihm gratulieren zu seinem Jahrhundert-Ereignis in Shorts. Zwar ist Lomachenko nicht der ganz große Puncher, aber sonst kann der Superboxer alles im Seilgeviert. Er verschafft sich Räume, wo keine sind. Und er trifft aus Winkeln, die es eigentlich gar nicht gibt. Das ist Boxen in der Matrix.

Andererseits: Bei einem Kampfrekord von 9-1-0 (7 K.o.) ist es eigentlich noch zu früh für Superlative. Und so möchte man Arum zuflüstern: Lass uns noch Lomachenkos nächsten Kampf abwarten, Bob. Denn der kommende Gegner hat es in sich. Am 9. Dezember trifft Vasyl Lomachenko auf den bislang ungeschlagenen Guillermo Rigondeaux (17-0-0, 11 K.o.) aus Kuba. Es geht im Madison Square Garden um den Superfedergewichts-Titel nach WBO-Version.

Doch selbst ein Ausnahmekönner wie „Hi-Tech“ Lomachenko hat Schwächen, man muss sie nur aufdecken. Der Einzige, dem dies ansatzweise gelang, war Orlando Salido. Der Ring-Veteran aus Mexiko fügte „Loma“ in dessen zweitem Profikampf – es ging um die Federgewichts-WM nach WBO-Version – eine höchst umstrittene Niederlage nach Punkten zu. Das war im März 2014. Salido traktierte den rund drei Kilo leichteren Ukrainer damals wieder und wieder mit Tiefschlägen, blieb jedoch ungestraft und kletterte als schmutziger Sieger aus dem Ring.

Doch seither hat Vasyl Lomachenko viel dazugelernt. Bereits in seinem nächsten Kampf gegen US-Boy Gary Russell jr. sicherte er sich den WBO-Gürtel, den ihm Salido gestohlen hatte. In seinem siebten Fight gegen den Puerto Ricaner Roman Martinez holte er sich einen weiteren Gürtel – jenen der WBO im Superfedergewicht. So schnell hatte noch nie ein Profi zwei WM-Titel erboxt...

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Foto: GettyImages

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