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Abschied von Markus Beyer: „Ein richtig guter Mensch“

Am Samstag fand die bewegende Trauerfeier für Markus Beyer (†47) in Schwarzenberg statt. Dabei erwiesen dem Ex-Champion, der Anfang Dezember verstorben war, auch zahlreiche Box-Größen die letzte Ehre.

Stille, wo sonst das Lachen und der Torjubel zu Hause sind. In der „Ritter-Georg-Sporthalle“ von Schwarzenberg trafen sich am vergangenen Sonnabend neben der Familie mit den Eltern Babara und Siegfried Beyer sowie der älteren Schwester Constanze über 800 Freunde, Sportfreunde, Bekannte und Bewunderer zu einer Trauerfeier, um von Box-Weltmeister Markus Beyer Abschied zu nehmen.

Der begnadete Rechtsausleger hatte den letzten Kampf gegen den heimtückischen Gegner Krebs verloren und war am 3. Dezember im Berliner Vivantes Klinikum mit nur 47 Jahren verstorben. Trainer Ulli Wegner hatte seinen Lieblingsboxer von der Klinik in Aue nach Berlin verlegen lassen. Aber auch in der Hauptstadt konnten ihm die Ärzte nicht mehr helfen.

Aus ganz Deutschland waren Trauergäste angereist. Aus seinem Urlaub auf Rügen fuhr Ex-Weltmeister Henry Maske mit dem Auto 650 Kilometer nach Schwarzenberg. „Markus war ein ausgesprochen friedlicher, freundlicher und verständnisvoller Mensch“, sagte Maske, der gestern seinen 55. Geburtstag beging. Neben Maske fanden sich auch die Ex-Weltmeister Sven Ottke, Marco Huck und der Diskus-Olympiasieger Lars Riedel zu der berührenden Trauerfeier im Erzgebirge ein.

Neben der silbergrauen Urne lagen die grünweißen Handschuhe, mit denen sich Beyer zum Weltmeister im Supermittelgewicht geboxt hatte. Vor seinem Foto verneigten sich Europameister Dominic Bösel mit dem Management des Magdeburger SES-Boxstalls samt Trainer Dirk Dzemski, Amateur Ex-Europameister Ulli Kaden und das MDR-Team „Sport im Osten“.

MDR-Programmdirektor Wolf-Dieter Jacobi wies auf eine 31 Jahre währende Freundschaft mit dem Verstorbenen hin und betonte: „Markus war nicht nur ein sachkundiger Experte in unserem Team. Er war auch ein richtig guter Mensch.“

Den Weg durch Eis und Schnee hatten auch der jahrzehntelange Ringarzt Prof. Walter Wagner und Jean-Marcel Nartz, langjähriger Technischer Leiter bei den Boxställen Sauerland und Universum, nicht gescheut. „Zu meinen ganz großen Boxkämpfen zählt der WM-Sieg von Markus Beyer gegen Richie Woodhall in Talford“, erinnerte sich Nartz. Beyer war der dritte Deutsche nach Max Schmeling und Ralf Rocchigiani, der im Ausland einen WM-Titel eroberte.

Zum Ende der Trauerfeier erhoben sich die Gäste. Die Urne wurde – begleitet von der Familie und unter den Klängen der Bergmanns-Hymne „Glück auf, Glück auf“ – aus der Halle getragen. Die Beisetzung findet in dieser Woche im Kreis der Familie statt.

Text: Manfred Hönel

 

Foto: 

Imago/Marianne Müller